Günter Siebert - Aus dem Leben eines Paukers, Kapitel 10 „Tjon, dennen hest foat, do brukst nich noch ees ümwennen!“

So sprach mein Großvater „Luwich Köpk", wenn ich neben ihm auf dem Bock saß, die Leinen der Pferde führte und mit den Wagenrädern wieder einen Stein überfahren hatte, so dass der Wagen darüber hinholperte.

Junge, den hast du gefasst, da brauchst du nicht noch einmal umzuwenden!",

so scherzte er dann.

Der Biograf und seine Lektorin
Der Biograf und seine Lektorin
In diesem Sinne blicke ich auch auf mein Leben zurück, auf dessen Weg ich ohne auszuweichen über so manchen Stein hinwegstolperte. Nicht jeder Stein warf mich aus der Bahn.

Im Rückblick sehe ich meinem Wunsch nach einem erinnerungswerten Leben in nun 62-jähriger Ehe mit meiner Uschi, geb. Ursula Schrage, als erfüllt, für das wir beide danken wollen. Nach dessen Ende einmal die Worte Dietrich Bonhoeffers für unsere Nachkommen stehen sollen:

Je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung.

Aber die Dunkelheit verwandelt die Erinnerungen in eine stille Trauer.

Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel,

sondern wie ein kostbares Geschenk in sich!

Mögen alle Nachfahren einmal sinngemäß der großväterlichen Redewendung resümieren dürfen:

Tjon, dennen hest foat, do brukst nich noch ees ümwennen!